Schilder in Schilda (Weisenheim am Berg)

Die Verbandsgemeinde Freinsheim liefert mit einem Verwarnungsgeld an einem vom Parkplatzdesaster vollkommen gestressten Anwohner im Weisenheim am Berg mal wieder einen Schildbürgerstreich allererster Güte.

Die Parkplatzsituation in unserem einst beschaulichen und immer noch hübschen Ort ist schon seit Jahren eine Katastrophe. Erstens gibt es nicht genug Parkplätze, zweitens wollen die Besucher eines bestimmten In-Cafés in der Hauptstraße ihre Karossen direkt vor der Tür parken, sind nicht bereit, ein paar Meter zu gehen und preisen das Verwarnungsgeld in ihren Weisenheim-Besuch mit ein. Spricht man sie an, werden sie noch frech. Das Wort “Unrechtsbewußtsein” kommt in ihrem Sprachschatz nicht vor. Bis auf wenige eingezeichnete Flächen ist in diesem Bereich absolutes Halteverbot, was auch wegen des Durchkommens der Linienbusse absolut erforderlich ist.

Einer der Anwohner in der Hauptstraße fing kürzlich an, total entnervt entsprechend formulierte Schilder vor seine Einfahrt und an die Hauswand gegenüber zu stellen. Dann geschahen zweierlei Dinge:

1) beschwerte sich eine Moderatorin des Radiosenders RPR1 auf Facebook über die Schilder, auf denen Touristen beschimpft würden. Und brach damit eine Diskussion los, die teilweise unter die Gürtellinie des gesamten Dorfes ging. Dazu kann man wohl nur sagen: der getroffene Hund bellt. Wenn sie sich durch die Schilder beschimpft fühlte, stand sie wohl auch im absoluten Halteverbot.

2) bekam der Anwohner eine Verwarnung der VG Freinsheim. Weil er ohne Genehmigung Schilder im öffentlichen Raum aufgestellt hatte. Als erstes Verwarnungsgeld wurden 38,40 € (!!!!) festgesetzt, für weitere Zuwiderhandlung 80 € (!!!!!!!!!!!!!) angedroht.

Ich weiß nun nicht genau, was ein Falschparkknöllchen momentan kostet, aber ich gehe mal davon aus, daß sich an den 5 € nichts geändert hat. Dann darf man also 8x sein Auto ins absolute Halteverbot stellen, die Anwohner und den Busverkehr blockieren für 1x ein schmales Schild hinstellen. Aber selbst wenn man davon ausgeht, daß Falschparken 10 € kostet, wiegt ein schmales Holzschild immer noch so viel wie vier schwere Edelkarossen.

Absurdistan ist überall!

(die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern)

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