Was Amerika, Nähmaschinen und Ketchup gemeinsam und mit der Pfalz zu tun haben

Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach und hat nichts mit “um die Ecke denken” zu tun.

Henry John Heinz wurde am 11. Oktober 1844 in Kallstadt geboren. Kallstadt gehört heute zur Verbandsgemeide Freinshein, zu der auch Weisenheim am Berg gehört, wo ich lebe und wo sich meine Zweigstelle befindet. Als eines von acht Kindern wanderte er mit seinen Eltern nach Amerika aus, wo er 1869 mit seinem Freund Clarence Noble eine Firma gründete, die Meerrettich vertrieb. Nach deren Konkurs 1875 war er schon ein Jahr später Mitgründer der F & J. Heinz Company, in deren Produktpalette einige Jahre später Tomatenketchup auftauchte. Seit 1888 war Henry John Heinz dann Alleininhaber des fortan unter dem Namen H.J. Heinz Company geführten Unternehmens. Er starb 1919 in Pittsburgh/Pensylvania, bis 1987 war die Company weiter im Familienbesitz. Heinz besuchte seine deutsche Heimat, auch seinen Geburtsort Kallstadt, bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs mehrere Male.

Auch Isaac Merritt Singer hatte sieben Geschwister und auch er stammte aus der Pfalz. Allerdings waren seine Eltern, ein Mühlenbauer namens Adam Reisinger, schon 1803, also ach Jahre vor seiner Geburt, nach Amerika ausgewandert. Sein Berufsleben begann er mit einer abgebrochenen Mechanikerlehre und wurde dann erstmal Wanderschauspieler. Ab 1837 arbeitete er als Mechaniker in Illinois. Sein erstes Patent erhielt Singer 1839 für eine Gesteinsbohrmaschine. Nach einigen beruflichen Stationen landete er schließlich in Boston in der Werkstatt von O.C. Phelps, wo er eigentlich eine vorhandene Maschine lauffähig machen sollte. Singer, dessen Stärke es war, mechanische Fehler zu erkennen und eine Lösung zu liefern, änderte komplett die Arbeitsweise der Maschine. Sein Prototyp war die erste Nähmaschine, die funktionstüchtig war. Die I.M.Singer & Company entwickelte sich bald zum größten Nähmaschinenproduzenten der Welt. Bereits 1856 wurden 2.564 Maschinen hergestellt; 1860 waren es bereits 13.000. Er starb, für damalige Verhältnisse “steinreich”, am 23. Juli 1875 in Großbritannien. Seinen Lebensabend hatte er in Frankreich und Großbritannien verbracht. Singer hatte insgesamt 18 Kinder mit vier Frauen, mit denen er teilweise nicht verheiratet war. Eine seiner Frauen, Isabella Eugenie Boyer, soll Vorbild für die New Yorker Freiheitsstatue gewesen sein.

Quelle für diese Informationen: www.wikipedia.de

Foto Josef Türk jun. /pixelio.de

 

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